DRAW MORE NOISE

Cornelia Böhm - Tongestaltung
Seit fast 10 Jahren arbeite ich mit großer Leidenschaft als freischaffende Tongestalterin in allen Positionen der Filmtonproduktion vom Production Sound über Sound Design und Editing bis zum Re-Recording. Und zeitweise widme ich mich auch der behutsamen musikalischen Gestaltung durch Komposition eigener Filmmusik.
Schon früh entdeckte ich meine Leidenschaft für Musik, Geräusche und das Radio, als ich bereits im Grundschulalter Aufnahme- und Overdubbingexperimente mit Tonbandkassetten durchführte. Danach folgten erste Schritte im Bereich Homerecording bei der Aufnahme eigener Songs und Arrangements.
Nach dem Abitur entschied ich mich zunächst für ein geisteswissenschaftliches Studium und besuchte Seminare und Vorlesungen zur Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft, Film- Medientheorie und Philosophie.Nach einem Bachelor Abschluss an der Universität Karlsruhe, führte mich der Wechsel an die Staatliche Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe zu meinen musikalischen und klangerforschenden Wurzeln zurück. Die Möglichkeit, gestalterische Arbeit an der Tonspur von verschiedensten Filmen und Hörspielen mit den musikalischen Erfahrungen, gesammelt bei dem hochschulinternen Sound Label „Ichiigai“ und dem Klangkollektiv „Alter Fritz“, zu verknüpfen, prägte meine Hör- und Gestaltungsweise grundlegend und nachhaltig. Hinzu kamen Erfahrungen bei tontechnischen Praktika und Hospitanzen im Hörspielstudio und in der Filmtonmischung.
Die Recherche zu meiner theoretischen Abschlussarbeit „Narrative Noises. Akustische Narrationsstrategien im zeitgenössischen Autorenkino am Beispiel von vier Filmen von Gus Van Sant“ eröffnete mir neue Horizonte für die eigene kreative Arbeit an der Gestaltung und Mischung der Tonspuren. Meine Faszination gilt hierbei besonders den mannigfaltigen (und wenig genutzten) tongestalterischen Möglichkeiten im Dokumentarfilm, aber auch der akustischen Narration im Spielfilm.
Das Filmwerk kann und sollte inhaltlich und formal durch meine Arbeit größtmögliche Unterstützung erfahren und durch eine eigene künstlerische Ebene bereichert werden. Dabei habe ich ein offenes Ohr für alle experimentellen Grenzgebiete zwischen Film und Videokunst, Soundscape, Fieldrecording, Audio Art und Hörspiel.